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02.11.2021

SPD gewinnt die Bundestagswahl 2021

Das amtliche Endergebnis der auch international mit großer Spannung verfolgten Bundestagswahlen lautete:


SPD - 25,8 % - 206 Abgeordnete

CDU/CSU - 24,1 % - 196 Abgeordnete

Grüne - 14,8 % - 118 Abgeordnete

FDP - 11,5 % - 92 Abgeordnete

AfD - 10,4 % - 83 Abgeordnete

Linke - 4,9 % - 39 Abgeordnete

SSW - (ethn.Minderheit)1 Abgeordneter

Damit kommt es wohl zu einem Dreierbündnis von SPD, Grünen und FDP, zur sogenannten „Ampel“. Das sind die drei Parteien, die gegenüber dem Ergebnis von 2017 zugelegt haben. Eine auch denkbare Koalition mit der CDU/CSU, den Grünen und der FDP („Jamaika“) ist inzwischen aufgrund des Zustands der Union kaum noch vorstellbar. Auch ein rot-schwarzes Bündnis (Groko) will eigentlich niemand haben. Die CDU/CSU müsste mit ihrem historisch schlechtesten Wahlergebnis als Juniorpartnerin in die Regierung einziehen.

Noch vor wenigen Monaten schien die SPD in den Umfragen bei 15 % festgezurrt zu sein. Olaf Scholz wurde wegen seiner Kanzlerambitionen eher belächelt. Dann aber wendete sich die Stimmung im Lande. Die Konkurrenz beging einige fatale Fehler, Olaf Scholz wartete geduldig ab, blieb im Wahlkampf sachlich und seriös. Der auch bei CDU-Wählerinnen und -Wählern nicht unumstrittene Kandidat Armin Laschet wurde offenbar mehrheitlich abgelehnt, der ehemals einsetzende Höhenflug der Grünen wurde auch wegen „handwerklicher“ Fehler vermasselt.

Das Ergebnis in Hamburg

In Hamburg bleibt die SPD mit 29,7 % der Zweitstimmen die stärkste Kraft, die Grünen steigern sich auf 24,9 %, die CDU stürzt ab auf 15,5 %, die FDP landet bei 11,4 %, die Linke bei 6,7 %, die AfD bei 5 %.

Bei den Direktmandaten holt die SPD 4 der 6 Wahlkreise, die Grünen gewinnen hauchdünn in Eimsbüttel und in Altona jeweils einen Wahlkreis. Niels Annen, immerhin Staatsminister im Auswärtigen Amt, gelangt durch ein Ausgleichsmandat in den Bundestag. Die SPD entsendet wie vorher schon 5 Abgeordnete nach Berlin, die Grünen 4, die CDU 3, die FDP 2, Linke und AfD jeweils 1 Abgeordneten.

Der Wahlkreis Hamburg-Nord

Erfreulicherweise konnte sich unsere Wahlkreiskandidatin Dorothee Martin diesmal gegen ihren Konkurrenten Christoph Ploß (CDU) klar durchsetzen (30,7% der Erststimmen). Ploß ist immerhin der Landesvorsitzende der Hamburger CDU und hatte sich aufgrund der Bevölkerungsstruktur in z.B. Duvenstedt, Volksdorf und Hummelsbüttel ausgerechnet, wieder das Direktmandat zu holen. Die Wahlbevölkerung in Langenhorn und Fuhlsbüttel (u.a.) hat dies verhindert. Ploß landete bei 23,8 % der Erststimmen. Ursache dafür war auch der sehr engagierte persönliche Einsatz von Dorothee Martin, die als die „fleißigste“ und auch als die fähigste Kandidatin hier im Norden der Stadt galt und gilt. Auch die auf Platz 1 der grünen Landesliste kandidierende Katharina Beck hatte das Nachsehen, erhielt aber mit 25,7 % mehr als der CDU-Kandidat. In früheren Zeiten hatten sich SPD und Grüne mitunter gegenseitig Erststimmen „weggenommen“ und für das Direktmandat des „lachenden Dritten“ von der CDU gesorgt. Diesmal trat dieser fatale Mechanismus zum Glück nicht ein.

Unser Stadtteil Langenhorn

Hier stürzt die CDU noch tiefer ab und landet bei 13,0% (minus 12,7), die SPD liegt bei 36,2% (plus 6,2), die Grünen bei 17,8%, die Linke bei 6,0%, FDP bei 10,9%, AfD bei 8,1%.

Traditionell erringt die SPD im Wahllokal „Ole Börner“, Tangstedter Landstraße 223, mit 43,2 % ein sehr gutes Ergebnis, ähnlich wie im Wahllokal Fritz-Schumacher-Schule, Timmerloh, 41,8%.

Die Ergebnisse in den einzelnen Wahllokalen sind immer schwieriger zu vergleichen, weil der Anteil der Briefwahlstimmen deutlich angestiegen ist – in Langenhorn bei 47,7%, d.h.: Etwa die Hälfte der wählenden Menschen in unserem Stadtteil ging am 26.09. an die Wahlurnen, die übrigen wählten per Brief und konnten deshalb nicht den Wahllokalen direkt zugeordnet werden.

Auch außerhalb Hamburgs war der Wahlsonntag für die SPD ein Tag großer Zufriedenheit: Im Landtag in Schwerin erreichte sie 39,6% der Stimmen (Manuela Schwesig bleibt Ministerpräsidentin) und im Abgeordnetenhaus in Berlin setzte sich Franziska Giffey durch (SPD 21,4%) und wird die Regierende Bürgermeisterin. Das Hamburger Abendblatt titelte: “Die starken Frauen der SPD“.

Im benachbarten Norderstedt gewann der 39jährige Bengt Berg (SPD) das Direktmandat. Damit sitzt nach 45 Jahren wieder ein Norderstedter im Bundestag. Auch in Pinneberg gab es eine „Wachablösung“ im Wahlkreis: Ralf Stegner nimmt seinem CDU-Rivalen das Direktmandat ab.

Bundesweit haben es 49 Jusos in den Bundestag geschafft, also SPD-Abgeordnete, die jünger sind als 35. Mehr junge Frauen und Männer im Parlament – das ist doch wirklich eine erfreuliche Nachricht! Aus Hamburg kommt die mit 23 Jahren jüngste Abgeordnete, auch sehr begrüßenswert, auch wenn sie eine Grüne ist.

Fazit: Die bundesdeutsche Wählerschaft lässt sich in den kommenden 4 Jahren von Abgeordneten vertreten, die jünger sind als ihre VorgängerInnen und die anteilig mehr Frauen sind. In der Boulevard-Presse hieß es: „Jünger, weiblicher, linker“. Das war als Warnung gemeint. Man kann es auch als sehr positive Nachricht verstehen.